Die Geschichte der Stadt Málaga

Die ältesten Zeichen Málagas gehen auf das 8. Jahrhundert vor Christus zurück und befinden sich in der Mündung des Río Guadalhorce, einer kleinen Insel die um jene Zeit von den Phöniziern gegründet und Malaka genannt wurde. Die Phönizier hatten diese Stelle gewählt, da sie hier einen geschützten, natürlichen Hafen fanden. Bei Ausgrabungen konnte man dort auch Gegenstände aus Kupfer und aus Silber finden, was darauf hinweisen kann dass die Phönizier aus Málaga einen Handelsort gemacht hatten.
 
Im Jahr 218 vor Christus kamen die römischen Truppen in Málaga an und lösten damit die Karthager als Wirtschaftsmacht ab. Gegen Ende des 1. Jahrhunderts ernannten die Römer Málaga zur Stadt mit dem Zentrum des Teatro Romano und den Termas Publicas, wobei die bedeutendsten Fundstücke jener Zeit heute im Museo Arqueológico zu sehen sind. Ab dem Jahr 411 verlor Rom dann seine Macht in Mälaga da die Barbaren, eigentlich germanische Volksgruppen, die Küste vor der Stadt und die Stadt weitgehend einnahmen, aber auch gegen Byzanz zu kämpfen hatte, was 614 dann dazu führte dass die Westgoten Mälaga übernahmen.
 
Mit der Ankunft der Araber in Málaga gegen das Jahr 1026 (Taifa de Málaga) wurde die Stadt unmittelbar befestigt und von Mauern umgeben, was insbesondere deshalb wichtig war da die Araber Málaga zu einer bedeutenden Handelsstadt machten und sich dort Händler aus Genua ansiedelten und mehrere jüdische Viertel entstanden. Aus dieser maurischen Epoche findet man in Málaga noch sehr viele Spuren, nämlich die Alcazaba, das Castillo de Gibralfaro und Teile der Stadtmauer. Das Wachstum der Bevölkerung führte auch dazu dass sich Kunsthandwerker, Händler, Künstler und Dichter bereits außerhalb der damaligen Stadt ansiedeln mussten, da die von Mauern umgebene Stadt den Bau von neuen Gebäuden nicht mehr ermöglichte.

Die Festung Alcazaba in Málaga
Foto: Herbert Kårlin

Wie bereits Jaén, so verteidigten sich auch in Mälaga die Mauren unter dem Königtum nazarí de Granada während der katholischen Roconquista bis auf Äußerste und es fand ein sehr blutiger Krieg statt, so dass Málage sechs Monate belagert werden musste und hierbei jede Lieferung von Lebensmittel unterbunden wurde bevor sich die Stadt im Jahr 1487 zwangsweise ergeben musste. Die katholischen Eroberer zeigten sich, nach den langen Kämpfen, entsprechend grausam und töteten einen Teil der Bewohner, und verkauften die anderen als Sklaven.
 
Bei der Übernahme der Stadt durch Königin Isabel la Católica (Isabella I. von Kastilien) kam es zu einem Attentat auf die Königin, die diese überlebte, aber dadurch unmittelbar entschied die arabischen Bogen zu einer Mezquita zuzumauern und zwei christliche, bogenförmige Zugänge daneben zu errichten. Gleichzeitig wurde auch die Mezquita weitgehend zerstört und dort die Iglesia de Santiago Apóstol erbaut, die älteste heute noch erhaltene Kirche Málagas.
 
Unter der katholischen Herrschaft wuchs Málaga weit über die ursprüngliche Stadtgrenze hinaus und an der Stelle der Hauptmezquita begann man die Kathedrale der Stadt zu bauen. Dennoch ließ der erhoffte Aufschwung etwas auf sich warten und die Zeit zwischen dem XV. und dem XVIII. Jahrhundert war geprägt von einer großen Unsicherheit und Katastrophen. Erst kamen die Aufstände der arabischen Bevölkerung, später bedeutende Überschwemmungen des Guadalmedina, und schließlich kamen mehrere Epidemien und stärkere Erdbeben, sowie sehr schlechte Ernten mit einer steigender Armut der Bevölkerung.

Das alte Málaga
Foto: Herbert Kårlin

Dennoch erschien Ende des 15. Jahrhunderts der Atlas der Welt unter der Bezeichnung Civitates, der nicht nur Zeichnungen Málagas enthielt, sondern die Verfasser beschrieben die Stadt gleichzeitig als sehr wohlhabend mit einem privilegierten, wachsenden Handel, insbesondere einem bedeutenden Außenhandel mit Flandern, England und Frankreich. Unter den landwirtschaftlichen Gütern werden insbesondere Wein und Trauben hervorgehoben, die von höchster Qualität waren.
 
Fortsetzung folgt ...