Huelva, die andalusische Stadt des Kupfers
Die andalusische Stadt Huelva ist insbesondere bekannt für ihre ausgedehnten Erdbeerplantagen, die die gesamte Stadt umgeben, und zählt gegenwärtig rund 142.000 Einwohner. Huelva erhielt seine Stadtrechte erst im Jahr 1876, ist also eine relativ junge Stadt in Andalusien. Huelva war schon immer, auch als kleinere Ansiedlung, ein Ort in der sich die unterschiedlichsten Zivilisationen trafen, wobei es sich bei Huelva auch um die vermutlich älteste Ansiedlung der iberischen Halbinsel handelt, zumindest wenn man die archäologischen Funde betrachtet.
Mit größter Wahrscheinlichkeit wurde die Stadt Huelva in der Antike Onuba genannt, was man bei einem Besuch der Stadt noch heute feststellen kann da man unter dem Wort spanischen Wort onubense immer noch die Einwohner der Stadt meint und selbst der dortige Fußballklub sich Atlético Onubense nennt. Vor allem im 17. Jahrhundert war man sich nicht sicher ob Onuba tatsächlich Huelva meinte, da es einerseits eine gleichnamige Stadt bei Córdoba gab, zum anderen aber auch der Name des ursprünglichen, nahe liegenden Ortes Hibera dem Namen Huelva näher kam. Mittlerweile ist jedoch bewiesen dass Huelva eine Abwandlung von Onuba handelt und nicht von Hibera.

Im Gegensatz zu den anderen Regionen Andalusiens befindet sich die Region Huelva überwiegend in einer Ebene mit fruchtbarer Erde, mit Sumpfgebieten, ausgedehnten Flusstälern, Lagunen und Sandstränden, die an der Küste auch die Bodenbeschaffung beeinflussen. Hinzu kommt das sehr milde Klima im Winter, das bei Huelva eine sehr ausgedehnte Freilandkultur zulässt, die sehr früh eine reiche Ernte ermöglicht.
Dass Huelva erst sehr spät die Stadtrechte erhielt, liegt insbesondere an den Kupferfunden des 19. Jahrhunderts, da hiermit die Industrialisierung in diesen Teil Andalusiens einsetzte und die Bevölkerung Huelvas wachsen ließ. Huelva wird auch sehr häufig mit dem Hafen in Palos de la Frontera verbunden, da von hier aus Columbus nach Amerika aufbrach, und man denkt bei Huelva an den Pilgerort El Rocio zu dem jedes Jahr hunderttausende von Pilgern kommen, obwohl beide Ort nicht in der Stadt Huelva selbst liegen, wenn auch in der Provinz Huelva und sehr einfach von Huelva aus erreicht werden können.
Während die Gruben bei Huelva im 19. Jahrhundert der Stadt einen permanentes Wachstum brachte und der Hafen von größter Bedeutung wurde, ging der Bergbau im 20. Jahrhundert seinem Ende entgegen und die Bevölkerung der Stadt nahm immer mehr ab. ökonomisch wurde Huelva in dieser schwierigen Epoche jedoch von der chemischen Industrie gerettet, die sich nun nahe der Stadt Huelva aufbaute. Raffinerien, Metallurgie und thermische Zentralen entstanden an der Küste und hielten die Stadt am Leben. Noch heute sind diese Industriezweige von bedeutender Wichtigkeit, zumal der Tourismus in Huelva, trotz des optimalen Klimas und den Sandstränden, weit hinter jenem der anderen andalusischen Regionen zurückbleibt. Auch der Fischfang im Atlantik hat heute nur noch eine geringere Bedeutung für Huelva, da der Fischfang vor allem von kleineren Kuttern aus erfolgt.