Málaga, eine der ältesten Städte Europas

Málaga ist mit seinen rund 580.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Andalusiens, gleichzeitig aber auch die am dichtest besiedelte Stadt an der Costa del Sol. Die Stadt Málaga wurde bereits im achten Jahrhundert vor Christus von den Phöniziern gegründet und gehört damit auch zu den ältesten Städten Europas. Dank eines regen Handels und dem geschützten Hafen der Stadt entwickelte sich Málage im 19. Jahrhundert zur industrialisiertesten Stadt Spaniens, was sich dann jedoch in den 60er und 70er Jahren in ein touristisches Zentrum verwandelte in dem man sämtliche Vergnügen fand und was zu einem kulturellen Boom Málagas führte.
 
Ab Ende des 20. Jahrhundert wurde Málaga zu einem Magneten für arme Immigranten, die hofften in Málaga einen Arbeitsplatz zu finden. Heute sind etwa neun Prozent der Bewohner der Stadt Einwanderer aus Marokko, Rumänien, der Ukraine, Nigeria und anderen Ländern mehr, die über eine große Armut verfügen. Málaga verfügt über ein deutlich abgegrenztes historisches Viertel in dem man, an Hand der dortigen Bauwerke und Museen, über 2000 Jahre der Geschichte der Stadt verfolgen kann.

Málaga, eine der ältesten Städte Europas
Foto: Herbert Kårlin

Málaga gilt als die Hauptstadt der Costa del Sol und konnte im Jahr 2025 rund 1,83 Millionen Touristen begrüßen, die insgesamt knapp 3,75 Millionen Nächte in Málaga verbrachten. Nur ein Drittel dieser Touristen kam aus Spanien, eine Gruppe, die pro Tag nur etwa 70 Euro ausgibt, während ausländische Touristen im Jahresschnitt täglich rund 110 Euros ausgeben, also das bevorzugte Publikum Malagas sind. Hinzu kommt, dass die gesamte Tourismusbranche in Málaga knapp ein Fünftel aller Beschäftigten der Stadt aufweist und daher einen Umsatz von jährlich über 14 Milliarden Euros schafft.
 
Auch wenn der Tourismus weder die größte Einnahmequelle Málagas ist und nur weniger als 20 Prozent der arbeitsfähigen Bewohnern einen Arbeitsplatz garantiert, so ist er wirtschaftlich notwendig, verursacht aber mittlerweile auch erhebliche Probleme, denn, insbesondere Privatvermietungen und Airbnb, vernichten Wohnungen für die Bewohner der Stadt und verursachen eine ständige Preissteigerung bei Mietwohnungen. Gleichzeitig stiegen auch die Lebenshaltungskosten regelmäßig, während die Reallöhne während der letzten Jahre um nahezu zehn Prozent gesunken sind. Andalusier werden daher bald nicht mehr in Mälaga leben können, oder sie werden sich gegen den Massentourismus wehren.

Der Hafen von Málaga
Foto: Herbert Kårlin

Obwohl die Lebenshaltungskosten in Málaga über fünf Prozent höher liegen als im spanischen Schritt, so zieht die Stadt eine wachsende Menge an Immigranten und Touristen an, was ebenfalls zu einem erstaunlichen Ergebnis führte. Im Oktober 2025 waren in der Provinz Málaga bereits 121.600 Immigranten unterschiedlicher Nationen eingetragen, die bereits über 16 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, und, statistisch gesehen, jedes Jahr rund acht Milliarden Euro in der Provinz lassen, überwiegend in der Stadt Mälaga. Nicht gerechnet sind hier die illegalen Immigranten, die in der Regel in keiner Statistik zu finden sind und sehr einfachen, schlecht bezahlten, Arbeiten nachgehen. Diese Dunkelziffer ist bisher völlig unbekannt, da diese Gruppe in einer versteckten Parallelwelt lebt. Nicht eingeschlossen sind auch all jene deutschen, französischen und nordischen Immigranten, die weiterhin in den Heimatländern registriert sind, jedoch nahezu permanent, wenn auch illegal, in Málaga und der Provinz Málaga leben.