Die Geschichte der Stadt Algeciras
Die Altstadt Algeciras war, was zahlreiche Fundstücke belegen, bereits zur Altsteinzeit bewohnt und beherbergte zur späteren Jungsteinzeit Jäger und Sammler, die sich jeweils an den drei Flüssen Río de la Miel, Río Palmones und dem Río Pícaro niederließen, an der sehr fruchtbaren Erde nahe der Bahía de Algeciras.
Auch wenn man aus der griechischen und phönizischen Zeit einige wenige Keramikteile in Algeciras gefunden wurden, so kann bisher nicht nachgewiesen werden ob in dieser Epoche das Stadtgebiet und seine Umgebung bewohnt waren. Erst während der römischen Zeit, als Algeciras als Iulia Traducta bezeichnet wurde, kann man wieder Ruinen nachweisen die belegen dass Algeciras bewohnt war und dort sowohl Fischsalzereien lagen als auch Garum, das wichtigste Gewürz der römischen Küche, hergestellt, und vermutlich auch verschifft, wurde.

Nach dem Untergang des römischen Reiches drangen, in der Folge der Völkerwanderung, die Vandalen in Algeciras ein, aber auch die Westgoten, die beide Algeciras mehr oder weniger dem Erdboden gleich machten, bis das Byzantinische Reich dann im 6. Jahrhundert Algeciras wieder zur Kleinstadt erhoben.
Mit der Eroberung Andalusiens durch die Araber wurde Algeciras im Jahr 711 die erste Stadt die die Eroberer auf spanischem Grund schufen und die sie Al-Yazirat Al-Hadra nannten. Algeciras entwickelte sich dadurch zum bedeutendsten Verkehrsknotenpunkt zwischen Europa und Afrika. Im Jahr 859 versuchten dann die Wikinger die Stadt einzunehmen und belagerten sie drei Tage lang. Es gelang ihnen zwar die Mezquita Aljama und Teile der Stadt niederzubrennen, mussten sich dann jedoch sehr schnell ohne Beute zurückziehen.
Als im Jahr 976 der Kalif Al-Hakam II. starb, hinterließ er lediglich seinen minderjährigen Sohn Hisham als Erbe, der, auf Grund seines Alters, nach islamischem Recht nicht regieren durfte und zudem als nicht sehr aufstrebend betrachtet wurde. Diese Situation sollte eine große Bedeutung für Algeciras haben, aber auch für ganz Andalusien, denn auf diese Weise konnte Al-Mansor, auch Almansor geschrieben, der tatsächliche Herrscher des Umayyaden-Kalifats von Córdoba werden, ein Mann der bei Algeciras geboren war und die Bedeutung der Lage der Stadt verstanden hatte. Al-Mansor führte das Kalifat zu einem bedeutenden Wohlstand, dehnte das Reich aus und er schuf zahlreiche Gesetze die das Kalifat stärkten, ohne dass Al-Mansur indes je selbst Kalif wurde, da diese Position zumindest offiziell, Hischam II. hatte, der zurückgezogen als Wissenschaftler lebte.
Als Al-Mansor im Jahr 1002 starb, zerfiel das Kalifat von Córdoba in zahlreiche Taifa-Köngreiche die über Jahre hinweg nur eine sekundäre Rolle spielten. Zwischen 1039 und 1055 übernahmen die Hammudiden unter dem Emir Muhammad ibn Al-Quasim die Herrschaft über das Emirat Algeciras, das dann jedoch wenig später von Al-Mutamid des Königreiches Sevilla übernommen wurde, was wiederum bedeutete dass Algeciras das Zentrum der arabischen Herrscher wurde die die katholische Reconquista in diesem Gebiet aufhalten sollte Den folgenden Almohaden gelang es dann Algeciras noch bis zum Jahr 1212 vollkommen unter arabischer Herrschaft zu halten.
Fortsetzung folgt ...