Gastronomische Spezialitäten aus Granada

Die Küche Granadas ist vor allem von den arabischen Einflüssen und dem jüdischen Brauchtum des Mittelalters geprägt, daher sehr gewürzreich mit einem sehr ausgeprägten Geschmack. Gleichzeitig versuchen natürlich auch immer mehr Restaurants der Stadt die klassische Küche Granadas zu modernisieren und teilweise auch dem Geschmack der Touristen unterschiedlicher Länder anzupassen.
 
Da Granada nicht an der Küste liegt sondern im Landesinneren, und zudem auf eine Höhe von 600 bis 800 Meter, ist es auch logisch dass Fischgerichte in den Restaurants der Stadt weitaus seltener sind als Fleischgerichte, da man in Andalusien, insbesondere bei lokalen Gerichten, die Zutaten überwiegend aus der näheren Umgebung holt. Bei Fleischspeisen, insbesondere bei Schweinefleisch, spürt man gleichzeitig die Ankunft der katholischen Eroberer, die die ursprüngliche Küche erweiterten. Während man Fisch in Granada von der andalusischen Küste holen muss, bietet die sehr unterschiedliche Landschaft und das Klima, das bis zum Hochgebirge reicht, eine Vielfalt an Fleischgerichten und vor allem Gemüse das auf sehr unterschiedliche Weise zubereitet werden kann.

Die Gastronomie Granadas
Foto: Herbert Kårlin

Typische Gerichte Granadas, angefangen von tapas bis zu platos principales, werden daher mit lomos (Lenden, Rücken), jamón (Schinken), chorizo, morcilla (Blutwurst), Bohnen und Wild angerichtet. Wenn man in Granada an Fleischgerichte denkt, so wird man feststellen dass Schweinefleisch grundsätzlich dominiert. Und wenn man an Schinken denkt, so sollte man in Granada an den Jamón de Trevélez denken, einen typischen, lokalen Schinken der etwas an den Jamón Serrano erinnert, keinerlei Konservierungsmittel enthält und mindestens 23 Monate lang luftgetrocknet wurde.
 
Auch Suppen sind in Granada sehr bedeutend, insbesondere die olla de San Antón (eine Suppe mit Schweinefleisch) oder die cazuela de calabaza (Kürbissuppe), wobei gerade bei Suppen die Gewürze zum typischen Geschmack beitragen. In zahlreichen Suppen Granadas findet man, neben Salz und Pfeffer, insbesondere azafrán (Safran), pimentón dulce (s&üßes Paprikapulver) und natürlich aceite de oliva virgen extra (Olivenöl virgen extra), eine Standartzutat der andalusischen Küche.
 
Was Nachspeisen und Süßigkeiten betrifft, so ist die Auswahl in Granada geradezu immens und teilweise auch der Jahreszeit angepasst. Zu nennen sind insbesondere hojaldres (Blätterteiggebäck), huevos moles (Eigelbkonfekt), tartas de gloria (Blätterteigtorte), empanadillas (Teigtaschen) und roscos moriscos (Morisken).
 
Granada gehört auch weiterhin zu jenen Städten in denen man zu Getränken kostenlose tapas erhalten kann, zumindest so lange man sich nicht nur in touristischen Gegenden aufhält. Und Granada verfügt auch über eine besondere Frucht die eng mit der Stadt, und der Region Granada, verbunden ist, nämlich die granada (Granatapfel). Die Kerne dieser Frucht kann man in Granada in Salaten, in Saucen, im Risotte und vor allem in Nachspeisen finden.