Sehenswürdigkeiten in Granada
Die Alhambra in Granada
Die Alhambra gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO und ist das bedeutendste Reiseziel in Andalusien, gleichzeitig aber auch das bedeutendste Bauwerk der arabischen Baukunst. Die bedeutendsten Teile des Alhambra wurden zwischen dem 13. und dem 14. Jahrhundert unter Yusuf I. und Mohamed V. erbaut, also zur Zeit der Nasriden. Die Alhambra besteht aus mehreren Teilen, also dem Teil in dem der königliche Hof regierte, zum anderen aus großartig angelegten Gärten. Der Besucher der Alhambra kann bei einer Besichtigung die bedeutendste Kunst der Epoche der Nasriden finden und hat zudem eine hervorragende Aussicht über Granada.
Das Museo de la Memória de Andalucía in Granada
Das Museo de la Memória de Andalucía ist das modernste Museum Granadas und richtet sich an jedes Alter, da es sich der modernsten Technik bedient und durch die multimedialen Einrichtungen einen völlig neuen Aspekt der Kunst zeigt. Die Gemäldesammlung reicht von der Romantik bis zur Gegenwartskunst mit Werken von Pablo Picasso und Georges Braque. Neben der Dauerausstellung bietet das Museo de la Memória de Andalucía auch temporäre Ausstellungen, Workshops und anderes mehr, wobei immer die aktive Teilnahme des Besuchers im Zentrum der Aktivitäten steht. Das Museum präsentiert auch die verschiedensten Aspekte Andalusiens, angefangen von den verschiedensten Aspekten der Natur, über soziales Leben bis zur Kunst und zu künftigen Projekten Andalusiens.

Die Capilla Real de Granada
Die Capilla Real de Granada gilt als das bedeutendste gotische Gebäude der Stadt und wurde im Jahr 1505 vom Baumeister Enrique Egas errichtet, nachdem sich die katholischen Könige Spaniens kurz zuvor dazu entschieden hatten in Granada ein Mausoleum zu errichten in dem sie selbst, und auch alle ihrer Nachkommen, begraben werden sollten. Bis zur katholischen Reconquista lag an der Stelle, die für die Capilla Real gewählt wurde, die größte Mezquita Granadas, so dass mit dem Bau der Capilla alle Reste des religiösen Baus der arabischen Zeit zerstört wurden. In diesem Mausoleum wurden, unter anderem, auch Isabel I. de Castilla und Fernando II. de Aragón begraben.
Das Museo de Bellas Artes in Granada
Das Museo de Bellas Artes in Granada wurde 1839 im Kloster Santa Cruz la Real gegründet und gilt daher als die älteste Pinakothek Spaniens. Das Museum zog mehrmals um bevor es schließlich im Jahr 1958 im Renaissancepalast Palacio de Carlos V untergebracht wurden, einem Annexe der Alhambra. Die Sammlung des Museo de Bellas Artes umfasst insbesondere Gemälde und Skulpturen die zwischen dem 15. Jahrhundert und dem 20. Jahrhundert entstanden, wobei die ursprüngliche Sammlung durch weitere Einkäufe erweitert wurde, aber auch dadurch dass Werke des Museo del Prado in Madrid hier ausgestellt werden.
Die Puerta de Elvira in Granada
Die Puerta de Elvira, auch Arco de Elvira genannt, war während der arabischen Besetzung Andalusiens der Haupteingang in die damals befestigte Stadt Granada. Die Puerta de Elvira ist damit auch das älteste der 13 Stadttore der Stadt und wurde bereits im 9. Jahrhundert schriftlich genannt, auch wenn es erst im 11. Jahrhundert sein heutiges Aussehen erhielt. Das Stadttor wurde im Laufe der folgenden Jahrhunderte mehrmals restauriert, nachdem das Tor sowohl während der Reconquista, als auch während des französischen Krieges, immer wieder beschädigt wurde. Die Puerta de Elvira wurde in einem Gedicht des Poeten Frederico García Lorca genannt und 1896 als historisches Monument eingestuft.
Das Museo Arqueológico y Etnológico in Granada
Das Museo Arqueológico y Etnológico in Granada wurde im Jahr 1896 gegründet, zog jedoch bereits 1917 in das Casa de Castril um, eines der bedeutendsten Renaissancegebäude Granadas aus dem 16. Jahrhundert. Zu dieser Zeit sprach man jedoch noch nicht vom Museo Arqueológico y Etnológico, sondern die Sammlungen bestanden aus einigen der bedeutendsten archäologischen Gegenständen und vor allem aus Gemälden. Mit der Zeit vergrößerte sich das Museum und 1962 erwarb das Museum auch das Atelier des andalusischen Malers Rafael Latorre und gliederte es im Museum ein. Im Jahr 1980 wurde dem Museum eine ethnografische Abteilung hinzugefügt, wobei die Gemäldesammlung mittlerweile durch eine sehr ausgedehnte archäologische Sammlung ersetzt worden war.
Der Generalife in Granada
Wie bereits die Alhambra, so geht auch der Generalife auf die Zeit der arabischen Besetzung Andalusiens zurück. Unter Generalife versteht man die Gartenanlagen unmittelbar im Anschluss an die Alhambra, die die arabischen Herrscher nutzten um dort zu entspannen. Die Anlage der Generalife begann im 12. Jahrhundert unter Muhammad II. und wurde 1319 unter Ismail I. erweitert, wobei unter diesem Sultan vor allem das Bewässerungssystem angelegt wurde. Das Palast in der Generalife ist weniger ein Palast, sonder wurde als landwirtschaftliches Gut erbaut von wo aus die gesamte Gartenanlage verwaltet wurde.
Die Catedral de la Encarnación in Granada
Die Catedral de la Encarnación in Granada wurde an der Stelle der vorhergehenden Mezquita im 16. Jahrhundert errichtet, wobei das Renaissancegebäude, mit Elementen der Gotik, stark von der Kathedrale in Toledo beeinflusst wurde. Ein Meisterwerk der Kathedrale ist der Hauptaltar, der nicht nur aus einem der größten Silberretabel Spaniens besteht und zwischen 1520 und 1522 von Felipe Bigarny geschaffen wurde , sondern wo man auch die katholischen Könige findet die Andalusien während der Reconquista zurück zum katholischen Glauben gebracht haben.
Das Monasterio de San Jerónimo in Granada
Das Monasterio de San Jerónimo bildet, gemeinsam mit der Iglesia de San Jerónimo, eine Einheit und wurden beide zu Beginn des 16. Jahrhunderts, nach der Reconquista Granadas durch die katholischen Könige, im Renaissance-Stil erbaut. Das Kloster San Jerónimo, das, genau genommen, aus zwei Klöstern besteht, gilt heute als das bedeutendste Renaissancekloster Andalusiens, wobei allein der Klostergarten und die künstlerische Ausschmückungen einen Besuch des Klosters wert sind. Das Monasterio de San Jerónimo gilt als das erste Kloster Andalusiens das nach der Reconquista erbaut wurde, wobei die Truppen Napoleons das Kloster besetzten und anschließend zerstörten. Erst ab Ende des 20. Jahrhunderts wurde das Gebäude dann vollständig restauriert.
Das Palacio de la Chancillería in Granada
Der Palacio de la Chancillería in Granada wurde zwischen 1531 und 1587 im Auftrag des Königs Carlos I. von Spanien erbaut und gehört daher zu jenen Gebäuden Granadas die kurz nach der Reconquista errichtet wurden. Das im Manierismus geschaffene Gebäude beherbergt heute das Tribunal Superior de Justicia de Andalucía, Ceuta y Melilla. Der bedeutendste Teil dieses Palastes ist die Fassade, die geradezu als Symbol des Manierismus in Granada gilt und künstlerisch ausgeschmückt wurde. Im hinteren Teil des Palacio de la Chancillería befindet sich das Cárcel Real, also das königliche Gefängnis.
Das Castillo de Bibataubín in Granada
Das Castillo de Bibataubín in Granada, auch als Palacio de Bibataubín bezeichnet, wurde im Jahr 1752 im Anschluss eines arabischen Turms erbaut. Vermutlich war es auch die Pforte, die diesen Turm durch ein Tor mit einem zweiten Turm, von dem keine Reste erhalten sind, verband, den Namen gab, denn Bibataubín bedeutet "die Ziegelpforte". Im Jahr 1933 wurde dieses Castillo zur Diputación Provincial und 2010, nach einer sehr umfangreichen Restauration, das Gebäude des Consejo Consultivo de Andalucía. Künstlerisch von Bedeutung ist vor allem die dekorierte Fassade des Palacio Bibataubín mit seinen Balkonen.
Die Torres Bermejas in Granada
Bei den Torres Bermejas handelt es sich um drei Türme unterschiedlicher Größe und gehörten vermutlich zur Stadtmauer aus der arabischen Zeit Andalusiens, da sie strategisch so liegen dass sie ein Schutz der ersten Alcazaba der Alhambra dienen konnten. Diese drei Türme wurden auch während der christlichen Zeit zur Verteidigung benutzt, wobei man bei den Türmen Reste von maurischen Gräbern finden konnte. Archäologen gehen davon aus dass die Torres Bermejas nicht nur Teil der Stadtmauer waren, sondern auch Teil eines ehemaligen Castillo.
Die Baños árabes del Bañuelo in Granada
Die Baños árabes del Bañuelo in Granada wurden aller Wahrscheinlichkeit nach im 11. Jahrhundert als Baño del Nogal erbaut und waren nur eines der zwölf arabischen Badeanlagen die man um diese Zeit in Granada finden konnte.Die Baños árabes del Bañuelo wurden auch nach der Reconquista durch die katholischen Könige nicht zerstört, sondern noch bis zum 16. Jahrhundert weiterhin benutzt, da die arabischen Bewohner Granadas nicht vertrieben wurden und noch einen großen Teil der Bevölkerung ausmachten, bis sie im Jahr 1610 dann ausgewiesen wurden. Ab dieser Zeit wurden die arabischen Bäder dann als öffentliche Wäschereien benutzt, um wenig spääter mit Wohngebäuden überbaut zu werden. Ab 1927 wurde die Baños árabes del Bañuelo dann vollkommen restauriert und erhielten ihr heutige Aussehen.
Der Corral del Carbón in Granada
Der Corral del Carbón in Granada ist der einzige Alhóndiga, ein vollständig erhaltener Lebensmittelspeicher auf der iberischen Halbinsel, aus der Zeit der Nasriden und wurde zu Beginn des 14. Jahrhundert erbaut. In diesem Alhóndiga wurde insbesondere Getreide gelagert das sowohl für reisende Händler, als auch für die Bevölkerung Granadas gedacht war. Auch wenn der Corral del Carbón im westlichen Stil erbaut wurde, so handelt es sich bei der gesamten Dekoration um Arbeiten, die ausschließlich mit Granada verbunden werden kann. Mitte des 16. Jahrhunderts entwickelte sich das Gebäude zur Herberge der Kohlenhändler (carboneros) und etwa 50 Jahre später wurde das Gebäude ein corral de comedias, also ein Theater. Im Jahr 1992 wurde der Corral del Carbón dann vollständig restauriert und erhielt wieder, zumindest weitgehend, sein ursprüngliches Aussehen.
Die Puerta Monaita in Granada
Die Puerta Monaita in Granada wird auch als Puerta de la Alhacaba genannt, und war eines der ältesten Stadttore von Granada. Die Puerta Monaita war in der Mauer zirí (Mauer der Alcazaba) integriert und auf diese Weise mit der Puerta de Elvira und derPuerta de las Pesas verbunden, die ebenfalls in die ursprüngliche Stadt Granada führten. Die Puerta Monaita wurde in den folgenden Jahrhundert mehrmals restauriert und teilweise umgebaut bis sie in den Jahren 1998/1999 letztmals restauriert wurde, da sie während des vorhergehenden Jahrhunderts durch Vandalismus stark zerstört worden war.
Der Alcázar Genil in Granada
Der Alcázar Genil in Granada, auch als Palacio de Abú Said bezeichnet, ist ein befestigter Palast der unter der Regierung der Almohaden im Jahr 1218 erbaut wurde.und über eine Gartenanlage verfügte die zu Ehren von Prinzessin Aixa angelegt wurde. Der Alcázar Genil wurde außerhalb der Stadtmauer gebaut, in einem Gebiet mit der fruchtbarsten Erde Granadas. Bei dieser Anlage handelte es sich daher um ein bedeutendes, landwirtschaftliches Gut für die Adeligen jener Zeit in der bedeutende Empfänge stattfanden und für jede Art von Unterhaltung gesorgt wurde, und wo man auch einen künstlichen Teich mit einer Länge von über 120 Meter fand.
Der Stadtteil Albaicín, auch Albayzín, in Granada
Der Stadtteil Albaicín in Granada, auch Albaycín genannt, ist der vermutlich bekannteste Stadtteil Granadas und zieht mehr Touristen an als jeder andere Stadtteil, da man hier der arabischen Kultur und der Geschichte der Stadt am nächsten kommt. Albaicín wurde bereits zur Zeit der Iberer bewohnt und ist, allein auf Grund seiner Architektur, seiner Bewohner und seiner Geschichte, geradezu eine eigene Stadt innerhalb Granadas, was allerdings zur arabischen Epoche Granadas noch nicht der Fall war. In Albaicín findet man heute nicht nur die meisten Taschendiebe der Stadt, sondern auch mehr Sehenswürdigkeiten als in jedem anderen Stadtteil Granadas.
Fortsetzung folgt ...