Die Geschichte der Stadt Granada
Auch wenn in der Umgebung von Granada Funde gemacht wurden die bis zum Jahr 1200 vor Christus zurückreichen, so konnte man bei Ausgrabungen in der Stadt selbst keinerlei Fundstücke entdecken die weiter zurückreichen als bis zum 7. Jahrhundert vor Christus, als die Iberer an der Stelle des heutigen Granada eine Stadt hatten die sie Ilturir nannten. Nur 100 Jahre später hatte die Stadt eine Größe eingenommen dass sie mit einer Mauer umgeben werden musste und sie erhielt, mit der Besiedelung durch die Bastenatos und der Karthager, den Namen Iliberri.
Der militärische Verlust Karthagos während des zweiten punischen Krieges führte dazu dass die Römer gegen das Jahr 200 vor Christus Granada ohne größere Kämpfe übernehmen konnten. Unter der Herrschaft von Cäsar erhielt Granada, dieses Mal unter dem Namen Florentinum Iliberitanum, erneut die Stadtrechte und wurde in die römische Provinz Hispania Ulterior eingegliedert. Nach mehreren Geschichtsschreibern war Granada unter der Herrschaft der Römer eine bedeutende und einflussreiche Stadt, was indes durch Ausgrabungen nicht bestätigt werden konnte.Hinzu kommt dass Granada im 8. Jahrhundert zu einem größeren Dorf geschrumpft war.
Zwischen dem 8. Jahrhundert und dem 12. Jahrhundert, als das gesamte Gebiet um Granada zum Emirat von Córdoba gehörte und arabische Völker Al-Ándalus (Andalusien) regierten, war die Stadt Granada unbewohnt, da sich die Araber etwa zehn Kilometer westlich ansiedelten, in Madínat Ilbira. Granada wurde lediglich im 9. Jahrhundert, auf Grund der damals noch erhaltenen Stadtmauern, zur Verteidigung des Gebietes genutzt.

Erst unter den Königreichen der Taifas wurde im Jahr 1013 die neue Stadt Madínat Garnata, das heutige Granada, gegründet und die Araber verließen Madínat Ilbira, so dass diese Stadt nur sieben Jahre später nur noch als Ruine existierte. Anschließend übernahmen erst die Ziriden Granada, anschließend die Berber und schließlich die Nasariner, die das Königreich Granada gründeten. Die Nasriden schufen die Stadtmauern am Hügel auf dem sich heute die Alhambra befindet und brachten Granada Reichtum und Einfluss. König Alhamar begann dann mit dem Bau der Alhambra, die erst Ende des 14. Jahrhunderts in ihrem vollen Glanz fertig gestellt war. Erst 1492 sollte dann während der Reconquista Granada von den katholischen Königen eingenommen werden.
Bereits im Jahr 1491 hatten die katholischen Truppen nahezu das gesamte Gebiet der Nasriden erobert und sie waren auch in Granada eingedrungen, ohne jedoch die Stadt einnehmen zu können. Die Auseinandersetzungen in Granada sollten nahezu ein Jahr andauern bevor sich Kastilien als Sieger ausrufen konnte. Die Friedensverhandlungen zeigten sich indes sehr positiv für die Nasriden, denn sie konnten ihr Eigentum behalten, ihre Religion weiterhin ausüben und sie konnten sich vor Gericht auf das islamische Recht berufen, sollte die Streitigkeit nur unter Moslems stattfinden. Hinzu kam dass die Nasriden eine eigenes Rathaus unterhalten konnten und drei Jahre lang von Steuern befreit wurden.
Diese Situation sollte sich jedoch bereits nach acht Jahren ändern, als 1499 der Erzbischof von Toledo, auf Druck der katholischen Bewohner Granadas, eine harte Linie gegen den Islam einleitete, Häuser der Moslems wurden nun enteignet und die arabische Bevölkerung zwangsweise zum Übertritt zum Katholizismus gezwungen. In diesem Zusammenhang ließ der Erzbischof auch sämtliche arabischen Bücher beschlagnahmen um den Übergang vom Arabischen zum Kastilischen zu beschleunigen. Nur zwei Jahre später spürte man auch in Granada die harte Hand der Inquisition sehr deutlich und alle Nasriden die nicht zum Katholizismus übergetreten waren, mussten Granada verlassen und verloren alle ihre Rechte und jedes Eigentum. Sämtliche Mezquitas wurden in dieser Zeit in katholische Kirchen verwandelt und innerhalb weniger Jahre war dann in Granada die gesamte arabische Kultur ausgelöscht und gehörte der Vergangenheit an.
Fortsetzung folgt ...