Handwerk und Kunsthandwerk in Granada

Auch wenn Granada über Handwerker verfügt die mit Holz und Leder arbeiten und hervorragende Qualität bieten, so ist Granada nicht nur für diese Handwerker bekannt, sondern insbesondere für sein Kunsthandwerk, das in vielen Fällen bis zur arabischen Epoche Andalusiens zurückreicht und alte Traditionen aufrecht hält.
 
Zum bekanntesten Kunsthandwerk Granadas gehört die Fajalauza-Keramik mit Motiven die mittlerweile auch bei Lederarbeiten und beim Weben von Teppichen benutzt werden. Die Fajalauza-Töpferware reicht bis zum 16. Jahrhundert zurück, erhielt aber ihren Namen erst vor rund 300 Jahren nach der Keramikfabrik Fajalauza, die noch heute existiert, mittlerweile jedoch nicht mehr die kunsthandwerkliche Keramik schafft, sondern nur noch für Museen in der ganzen Welt arbeitet. Im 16. Jahrhundert fand man die Fajalauza-Keramik, die stark von der maurischen Kunst beeinflusst ist, in nahezu allen Häusern der Umgebung Granadas, heute sind diese handbemalten, glasierten Töpferwaren eines der beliebtesten Erinnerungsstücke aus Andalusien, ohne jedoch extrem teuer zu sein. Wer eine wirklich klassische Schale oder einen Teller erwerben will, sollte darauf achten dass in der Mitte des Werkes ein Granatapfel zu sehen ist, das wichtigste Symbol Granadas.

Das Kunsthandwerk in Granada
Foto: Herbert Kårlin

Zu einem weiteren historischen Kunsthandwerk Granadas gehören die Taracea-Intarsienarbeiten, die mittlerweile nicht nur bei Holz, sondern auch mit Leder und mit Metall geboten werden. Das arabische Wort intarsi bedeutet Inkrustation, was auch erklärt das es sich bei Taracea um eine hispano-muslimische Kunst handelt die vor allem bei der Dekoration der Alhambra angewandt wurde. Bei den Taracea-Intarsienarbeiten greift man nahezu ausschließlich zu den maurischen, symmetrischen Mustern, Mustern die in der andalusischen Kunst relativ häufig zu finden sind. Taracea-Arbeiten aus Granada zeichnen sich jedoch auch durch die Anwendung von Perlmutt aus, was das typische Dekor der Arbeiten noch hervorhebt. Die Farbgebung kommt bei Taracea-Werken von der Anwendung unterschiedlicher Holzarten.
 
Auch Lederarbeiten jeder Art findet man in Granada, wobei hierbei insbesondere Arbeiten in Polychromie weit über die Landesgrenzen Spaniens hinaus bekannt sind. Je nach Gegenstand verwendet man in Granada Kuh- oder Schweinsleder, die eine sehr unterschiedliche Struktur aufweisen. Zahlreiche der Kunsthandwerke Granadas garantieren dass jedes ihrer Lederprodukte ein Unikat ist und die Designs individuell gestaltet wurden. Unter den kunsthandwerklichen Lederprodukten findet man in Granada alles vom Pferdezubehör bis zu Handtaschen, Geldbörsen, Brillenetuis und Lederjacken.
 
Bei modernerem Kunsthandwerk greift man in Granada insbesondere zu Kupfer und zur Kupfer-Zink-Legierung, wobei dieses Material nicht nur für die Herstellung von Schmuck, sondern auch Lampen, Pfannen und Dekorationsgegenständen aus Kupfer gestaltet werden. Da auch die Verarbeitung von Kupfer in Andalusien bis zur arabischen Zeit zurückreicht, so greifen einige der Kunsthandwerker Granadas auch noch zu den traditionellen Techniken die man bereits vor 800 Jahren kannte.
 
Zu den bedeutendsten Kunsthandwerkern Granadas gehören auch die rund 12 Gitarrenhersteller die jede ihrer Gitarren ausschließlich in Handarbeit herstellen und ihren Instrumenten Klänge verleihen die man in den bedeutendsten Gitarrenkonzerten hören kann. In Granada werden sowohl Akustik-Gitarren, wie auch Konzertgitarren, klassische Gitarren und natürlich Flamencogitarren hergestellt, wobei eine preisgünstige, handgefertigte Gitarre ab etwa 300 Euro zu bekommen ist, kann eine ausgezeichnete Flamencogitarre jedoch auch 8000 Euro kosten.